Personalia der CSR- und Nachhaltigkeits-Community

Wechsel an der Spitze bei Tchibo / Kontroverse Personalie in Österreich
Im Onlinemagazin von VERANTWORTUNG finden Sie Informationen zu Personalveränderungen rund um CSR- und Nachhaltigkeitsverantwortliche.
TEXT: Kai Praum

Seit Jahresbeginn verantwortet Nanda Bergstein als Direktorin die Unternehmensverantwortung bei Tchibo. Sie folgt damit auf Achim Lohrie, der zuvor elf Jahre das Nachhaltigkeitsmanagement des Konsumgüter- und Einzelhandelsunternehmens leitete. Achim Lohrie wird weiterhin für Tchibo als Chief Sustainability Advisor tätig sein. Bergstein ist seit über zehn Jahren bei Tchibo. Sie war zuletzt Head of Vendor Relations and Sustainability und hat das WE-Programm (Worldwide Enhancement of Social Quality) mitaufgebaut. WE ist eine der Kerninitiativen von Tchibo, um die Einhaltung von Menschenrechten in der Lieferkette voranzutreiben und Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Eva Glawischnig leitet seit 1. März den Bereich Corporate Responsibility und Sustainability beim niederösterreichischen Glücksspielkonzern Novomatic. Glawischnig war zuvor fast zehn Jahre Vorsitzende der österreichischen Grünen und trat im Mai 2017 aus gesundheitlichen Gründen von ihren politischen Ämtern zurück. Glawischnigs Wechsel zum Glückspielkonzern wurde in Österreich kontrovers diskutiert, galt sie doch während ihrer Amtszeit als Politikerin als eine der schärfsten Kritiker der Glückspielindustrie. Glawischnig wies die Behauptung zurück, als Lobbyistin eingestellt zu sein, und sieht sich nach Angaben der österreichischen Tageszeitung „Standard“ „als Verantwortungsmanagerin und will sich für Novomatic um ökologische und juristische Fragen sowie um verantwortungsvolles Spielen kümmern.“ Nachhaltigkeitsexperte Fred Luks von der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) kritisierte die Empörung, die rund um den Wechsel aufkam, und mahnte in seinem Kommentar, der ebenfalls im „Standard“ erschien, die negative Signalwirkung für die Profession der CSR- und Nachhaltigkeitsmanager an: „Die Aktion signalisiert auch: CSR ist eine Reputationssache für politische Netzwerker, Anliegen und Inhalt sind irrelevant – ‚Greenwashing‘ als Kerngeschäft. Klar gibt es das auch – aber dass CSR immer auf eine ‚grüne Lüge‘ hinausläuft, ist falsch.“

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