CSR-Bericht: Testläufe im Wettbewerbsmodus gestartet

Über 200 Sparkassen und Genossenschaftsbanken müssen nun über Nachhaltigkeit berichten / Einige mussten in diesem Geschäftsjahr von der Pike auf beginnen
Während weite Teile der deutschen Wirtschaft von der CSR-Berichtspflicht nicht betroffen sind, muss vor allem die Bankenbranche nun liefern. Damit auch die Neustarter dem Gesetz genügen, haben DSGV, VfU und DZ Bank ihr Wissen mit ihren Mitgliedsunternehmen geteilt und ein arbeitsreiches Jahr hinter sich.
TEXT: Kai Praum

Für Banken und Versicherungen spielt es keine Rolle, welche Rechtsform sie haben oder ob sie kapitalmarktorientiert sind: Das CSR-Richtlinienumsetzungsgesetz hat sie explizit in den Anwenderkreis aufgenommen. Die übrigen Größenkriterien mit mehr als 500 Beschäftigten sowie einer Bilanzsumme von mindestens 20 Millionen Euro und/oder Umsatzerlösen von mindestens 40 Millionen Euro erreichen Versicherungen und Kreditinstitute dieser Mitarbeitergröße allein schon durch das Bilanzsummenkriterium problemlos. So kommt es, dass bei weniger als 600 Unternehmen, die hierzulande nun Nachhaltigkeitsberichte schreiben müssen, etwa die Hälfte Versicherungen und Banken sind. Allein Genossenschaftsbanken (etwa 50) und Sparkassen (etwa 150) machen bereits ein Drittel der betroffenen Unternehmen aus.

Viele Großunternehmen nicht betroffen

Der Mittelstand blieb weitestgehend verschont. Das Herzstück der deutschen Wirtschaft, in der sich gerne auch noch Unternehmen selbst als mittelständisch bezeichnen, die längst Weltmarktführer sind und weit mehr als tausend Mitarbeiter haben, muss in großen Teilen auch in Zukunft keinen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen. So will es das CSR-Richtlinienumsetzungsgesetz, das seit diesem Geschäftsjahr wirksam ist. Der Dreh- und Angelpunkt sind dabei nicht die Umsatz- und Mitarbeiterzahlen, sondern allein die fehlende Kapitalmarktorientierung. Diese erspart den meisten GmbHs oder beispielsweise Rechtskonstruktionen, die Stiftungen zu Eignern von Unternehmen machen, Informationen zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen sowie zur Achtung der Menschenrechte und zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung zu veröffentlichen. So sind etwa der Lebensmittelriese Dr. Oetker mit über 11.000 Mitarbeitern und mehr als 2 Milliarden Euro Umsatz oder der Schraubenhersteller Würth mit über 71.000 Mitarbeitern und mehr als 11 Milliarden Euro Umsatz nicht von der CSR-Berichtspflicht betroffen.

Unterschiedliche Ausgangslage

Auf beiden Seiten gibt es Vorreiter, die sich schon seit Jahren mit Nachhaltigkeit beschäftigen und zum Teil auch darüber berichten. Bei den Genossenschaftsbanken sind es insbesondere Kirchenbanken wie die Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) oder die auf Nachhaltigkeit spezialisierte GLS Bank, bei denen das Thema schon aus intrinsischer Überzeugung behandelt wird.

 „Aber auch die Volksbank Bielefeld-Gütersloh, mit 3,9 Milliarden Euro Bilanzsumme und mehr als 800 Mitarbeitern eine der großen Genossenschaftsbanken, oder die kleinere Raiffeisenbank Holzkirchen-Otterfing (318 Millionen Euro Bilanzsumme) haben Nachhaltigkeit schon vor Jahren als Chance erkannt und sowohl strategisch als auch im Vertrieb vorangetrieben“, sagt Sabine Könner, Nachhaltigkeitsmanagerin bei der DZ Bank, dem Zentralinstitut für mehr als 900 Kreditgenossenschaften.

Sabine Könner

Nachhaltigkeitsmanagerin, DZ Bank

Um der CSR-Berichtspflicht auf Konzernebene nachzukommen, wird Sabine Könner für die DZ Bank künftig eine sogenannte nichtfinanzielle Konzernerklärung abgeben, die sich am UN Global Compact als Rahmenwerk orientiert.

Bildquelle: Andreas Varnhorn

Ähnlich sieht es bei den Sparkassen aus. „Institute wie die Kreissparkasse Köln sind gut aufgestellt und haben bereits seit Jahren ein eigenes Nachhaltigkeitsmanagement implementiert“, sagt Klaus Krummrich, Leiter Wirtschaft/Nachhaltigkeit beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Auch Kreissparkassen wie beispielsweise die aus Heinsberg und Waiblingen sowie die Nassauische Sparkasse aus dem Rhein-Main-Gebiet haben bereits vor der CSR-Berichtspflicht über ihre nichtfinanziellen Kennzahlen berichtet. Diese Vorreiterbanken stehen an der Spitze eines breiten Feldes, das in diesem Jahr nun gefordert war, von der Pike auf zu beginnen, um der Gesetzespflicht nach Ablauf des Geschäftsjahrs 2017 zu genügen.

Die wenigsten unserer Mitglieder berichten noch nicht über ihr Nachhaltigkeitsprofil.
Henrik Ohlsen, Geschäftsführer, VfU

Bei den meisten börsennotierten Finanzinstituten und Großbanken ist die Lage genau umgekehrt. In den meisten Fällen waren vor diesem Geschäftsjahr bereits ein Nachhaltigkeitsbericht und interne Berichtsprozesse vorhanden, die mit einer eigenen Nachhaltigkeitsstrategie verbunden waren.

„Die wenigsten unserer Mitglieder berichten noch nicht über ihr Nachhaltigkeitsprofil“, sagt Henrik Ohlsen, Geschäftsführer des Vereins für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten (VfU). Gegründet wurde der VfU vor über 20 Jahren. Seine selbstverschriebene Aufgabe ist es, ein nachhaltigkeitsorientiertes Management in Finanzinstituten zu fördern. Das Ziel: zusammen mit den Mitgliedern handhabbare Prozesse entwickeln, um Nachhaltigkeitsthemen in das Kerngeschäft zu integrieren.

Eigene Wege eingeschlagen

Um dem Gesetz zu genügen, begannen allerorten die Vorbereitungen schon bevor das Gesetz im Frühjahr durch den Bundestag ging. Der DSGV hat bereits nach der Veröffentlichung der EU-Rahmenrichtlinie von 2014 begonnen, Informationsmaterialien für seine Mitgliedsunternehmen zu entwickeln. „Die Materialien bestehen unter anderem aus einem Indikatorenset, das speziell auf die Sparkassen zugeschnitten ist, da die gängigen Berichterstattungsstandards der Global Reporting Initiative (GRI) und des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) die Besonderheiten der Sparkassen mit ihrem öffentlichem Auftrag und ihrer starken regionalen Verankerung nicht adäquat abbilden“, sagt Lisa Lindenmeyer, die die DSGV-Mitglieder regelmäßig zum Erfahrungsaustausch zu CSR- und Nachhaltigkeitsthemen einlädt. Die speziell auf die Bedürfnisse der Sparkassen zugeschnittenen Indikatoren speisen sich jedoch aus eben diesen Rahmenwerken und sind vom Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) als Grundlage zur Erfüllung einer DNK-Entsprechenserklärung anerkannt.

In diesem Frühjahr hat der DSGV dann laut Lindenmeyer noch einmal nachgeschärft: „Als das CSR-Richtlinienumsetzungsgesetz veröffentlich wurde, haben wir das Indikatorenset überarbeitet und an die letzten Änderungen im Gesetzentwurf angepasst.“ Das Set besteht nun aus 61 Indikatoren, die in drei Kategorien priorisiert wurden: Mindestanforderungen, dringende Empfehlungen und die Kategorie „Nice-to-have“. „Für die Erstnutzer sind die Mindestanforderungen prinzipiell ausreichend, um dem Gesetz zu entsprechen“, sagt Klaus Krummrich. Grundsätzlich empfiehlt der DSGV allen Institutionen, eine Wesentlichkeitsanalyse zu machen, um nur die Aspekte zu berichten, die wirklich für das jeweilige Institut relevant sind.

Lisa Lindenmeyer

Kommunikation, DSGV

Lisa Lindenmeyer lädt die DSGV-Mitglieder regelmäßig zum Erfahrungsaustausch zu CSR- und Nachhaltigkeitsthemen ein.

Bildquelle: DSGV

HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN ERARBEITET

Als abzusehen war, dass die CSR-Berichtspflicht umgesetzt wird, hat der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) im Jahr 2016 Vertreter seiner Mitgliedsunternehmen, darunter Genossenschaftsbanken, Regionalverbände und die DZ Bank, eingeladen, um gemeinsam eine Umsetzungsempfehlung auszuarbeiten. Sie soll den betroffenen Unternehmen aufzeigen, was die CSR-Berichtspflicht für sie konkret bedeutet.

LEITLINIEN ZUR PRÜFUNG DURCH DEN AUFSICHTSRAT

Wie bei der finanziellen Berichterstattung trägt der Aufsichtsrat die Verantwortung, die nichtfinanzielle Erklärung inhaltlich zu prüfen. Im Gegensatz zur finanziellen Berichterstattung prüft der Abschlussprüfer lediglich, ob die nichtfinanzielle Erklärung bzw. der nichtfinanzielle Bericht vorgelegt wurde (formale Prüfung). Damit liegt die gesetzliche Pflicht zur inhaltlichen Prüfung allein in der Verantwortung des Aufsichtsrats. Der Aufsichtsrat kann sich dabei jedoch durch (externe) Sachverständige unterstützen lassen. Über die Durchführung und das Ergebnis der Prüfung muss der Aufsichtsrat in seinem Bericht an die Hauptversammlung informieren. Die Financial Experts Association (FEA) hat daher nun Leitlinien zur Prüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung durch den Aufsichtsrat veröffentlicht. Die Leitlinien sind das Ergebnis einer internen Arbeitsgruppe und eines externen Expertenworkshops, zu dem die FEA Vertreter relevanter Stakeholder eingeladen hatte.

Der BVR und die DZ Bank raten ihren Mitgliedern, sich am Deutschen Nachhaltigkeitskodex zu orientieren. „Der DNK ist gut strukturiert, übersichtlich und deckt die gesetzlichen Anforderungen ab, ohne dabei so weitreichend wie beispielsweis die GRI-Standards zu sein“, sagt Nachhaltigkeitsmanagerin Könner. Zu den einzelnen Kriterien des DNK hat die Arbeitsgruppe Input erarbeitet, damit sich bei Unternehmen, die am Anfang stehen, anhand von konkreten Beispielen ein besseres Verständnis für Nachhaltigkeitsthemen entwickelt. „Diese Themen werden zum großen Teil in den einzelnen Instituten bereits bearbeitet, aber bislang häufig noch nicht mit dem Nachhaltigkeitsthema in Zusammenhang gebracht“, sagt Sabine Könner.

Veröffentlicht hat der BVR seine Empfehlungen im Frühjahr 2017. Die DZ Bank hat im Sommer 2017 erneut einen Workshop mit und für die Genossenschaftsbanken zur CSR-Berichtspflicht organisiert. Als Gast war dabei auch Yvonne Zwick, Referentin des RNE, geladen, um den DNK näher vorzustellen. Und ergänzend hat das Spitzeninstitut auch noch eine eigene Broschüre mit dem Titel „Leitfaden zur Nachhaltigkeit“ erarbeitet und den Genossenschaftsbanken zur Verfügung gestellt.

Was ist wesentlich?

Der VfU hat zu Jahresbeginn zunächst in einem Onlineaustauschformat die Fragen der Mitglieder gesammelt und im Anschluss eine Arbeitsgruppe gebildet. Viele Unternehmen waren unsicher, wie die bisherigen Berichte konkret mit den Anforderungen der Gesetzgebung in Einklang zu bringen sind. „Es war schnell klar: ein klassischer Nachhaltigkeitsbericht erfüllt die neuen gesetzlichen Anforderungen nicht. Vor allem die bisher oft praktizierte Wesentlichkeitsanalyse gemäß GRI ist nicht identisch mit den Wesentlichkeitsanforderungen des CSR-Richtlinienumsetzungsgesetzes“, sagt Henrik Ohlsen. Die Arbeitsgruppe stellt nun zusammen, welche Berichtsoptionen zur Verfügung stehen. Die Analyse ist jedoch noch nicht abgeschlossen.

Diese Unsicherheit ist einer der Gründe, warum laut Ohlsen eine Tendenz zur Minimalberichterstattung im Lagebericht und zu einer Fortführung der separaten Nachhaltigkeitsberichterstattung zu erkennen ist. So versuchen die Unternehmen, den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, und können den eigenen Nachhaltigkeitsansatz parallel dazu weiter vorantreiben. Den Unternehmen, die sich bisher noch nicht strategisch mit Nachhaltigkeit auseinandergesetzt haben, ermöglicht diese Variante, den gesetzlichen Pflichten zu entsprechen und es sich gleichzeitig zur Aufgabe zu machen, im Bereich Nachhaltigkeit weiter Kompetenzen aufzubauen. „Diese Zweigleisigkeit kann, auch wenn es widersprüchlich klingt, also auch erst einmal konstruktiv sein – im Sinne eines Schrittes hin zu einer wirklich integrierten Berichterstattung“, sagt Ohlsen.

Der Kern des Problems gilt nicht nur für die Banken: Aktuell gibt es ein doppeltes Wesentlichkeitsprinzip. Zum einen ist wesentlich, was relevant für den Geschäftsverlauf ist, und zum anderen geht es um die wesentlichen Auswirkungen des eigenen Geschäfts auf Gesellschaft und Umwelt.

Debatte über die Wesentlichkeit

In seinem aktuellen „White Paper“ geht Scholz & Friends Reputation auf den Hype um die Wesentlichkeit ein. Das Papier gibt einen Überblick über unterschiedliche Definitionen und gängige Interpretationen des
Wesentlichkeitsbegriffs. Die Nachhaltigkeitsberatung zeigt darin auf, dass die meisten Anwendungen einer „Outside-in“-Logik folgen, d.h. dass die Auswirkungen von Umwelt- und sozialen Entwicklungen auf das Unternehmen betrachtet werden und die von der GRI geforderte Bewertung der Auswirkungen, die das Unternehmen auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft hat, bislang selten vorgenommen wird. Mit Veröffentlichung der neuen GRI-Standards wurde laut Scholz & Friends Reputation deutlich, dass die gängige Praxis aus Sicht von GRI eine Fehlinterpretation des Wesentlichkeitsgrundsatzes darstellt.

„Die zwei verschiedene Wesentlichkeitskonzepte sind nicht immer deckungsgleich“, sagt Ohlsen. Das führe dazu, dass die Unternehmen derzeit überwiegend beantworteten, was relevant für den eigenen Geschäftsverlauf sei, und Themen, die indirekt Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft haben, eher ausgeblendet würden, obwohl sie für bestimmte Stakeholder des Unternehmens relevant seien.

Die Basis wird gelegt

Die größte Herausforderung neben der Frage nach dem passenden Rahmenwerk war für alle Institute, gleich ob Anfänger, Fortgeschrittene oder Profis, die vorgezogene Veröffentlichungsfrist von nun vier Monaten nach dem Bilanzstichtag. Dies bringt die eingeübten Prozesse unter Zeitdruck. Die Datenbereitstellung stellt die zweite große Herausforderung dar, für die wiederum die richtigen KPIs (Key Performance Indicators) die Grundlage sind. „Dieser erste Bericht wird daher für alle ein Testlauf“, sagt Könner.

Für die Neustarter in den Sparkassen ist es eine große Herausforderung, sich dem neuen und komplexen Thema ganzheitlich zu nähern. „Nachhaltigkeit ist eine Querschnittsaufgabe; also gilt es zunächst, alle Abteilungen für das Thema zu sensibilisieren“, sagt Lindenmeyer. Da die CSR-Berichtspflicht nur eine von vielen Regulierungen der jüngeren Vergangenheit war, gibt es bei den Instituten bisweilen auch ein Kapazitätsproblem. „Ist erst einmal ein ‚Kümmerer‘ gefunden, geht es darum, zunächst die Datenerhebung aufzusetzen, da die CSR-Berichtspflicht eine ganz neue Datenanforderung im Vergleich zu gängigen Finanzkennzahlen mit sich bringt“, sagt Krummrich.

Klaus Krummrich

Leiter Wirtschaft und Nachhaltigkeit, DSGV

Klaus Krummrich leitet den Bereich Wirtschaft und Nachhaltigkeit beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV).

Bildquelle: DSGV

In den Augen von Henrik Ohlsen sind das letztlich Ressourcenprobleme, die sich lösen lassen. Für den ersten Bericht, der dem CSR-Richtlinienumsetzungsgesetz entsprechen muss, ist der Aufwand also besonders groß. Zukünftig ist allerdings davon auszugehen, dass der Aufwand wieder abnehmen wird, auch wenn am Prozess weiterhin gearbeitet werden wird. „Da ist viel in Bewegung. Der erste Bericht wird also noch nicht vollendet sein in Form und Inhalt, aber ein nächster Schritt hin zu einer gehaltvolleren Berichterstattung“, sagt Ohlsen.

Auswirkungen ungewiss

Doch ist die CSR-Berichtspflicht nur ein Papiertiger, oder hat sie konkrete Auswirkungen aufs Kerngeschäft? Klaus Krummrich vom DSGV bescheinigt anderen Gesetzen größeren Einfluss auf das Kerngeschäft der Sparkassen:

DZ Bank fährt zweigleisig

Die DZ Bank veröffentlicht seit Jahren einen Nachhaltigkeitsbericht nach GRI und wird auch weiterhin daran festhalten. Um der CSR-Berichtspflicht auf Konzernebene nachzukommen, wird die DZ Bank künftig zudem eine sogenannte nichtfinanzielle Konzernerklärung abgeben, die sich am UN Global Compact als Rahmenwerk orientiert. Das entlastet dann auch die Konzerntöchter wie etwa die R+V Versicherung oder die Bausparkasse Schwäbisch Hall. Für den UNGC veröffentlichte die DZ Bank auch schon zuvor jährlich Fortschrittsberichte, so dass er sowohl in den Tochterunternehmen bekannt ist, als auch die Prozesse bereits eingeübt sind. „Wir berichten über das Nachhaltigkeitsengagement unserer Gruppe, wollen die Prozesse jedoch möglichst schlank halten“, sagt Sabine Könner.

„Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und die Gestaltung von Programmen über Förderbanken wirken sich direkter auf unsere Geschäftstätigkeit aus.“ Durch die Berichtspflicht gelingt es den Instituten nun allerdings, transparent zu machen, welchen Beitrag die Sparkassen zur Energieeffizienz und zum Ausbau der erneuerbaren Energie leisten. „Die Sparkassen-Finanzgruppe hat den größten Marktanteil an KfW-Förderkrediten für die Energiewende. Die CSR-Berichtspflicht hat diesen Transparenzzugewinn beschleunigt, und sie fördert eine ganzheitliche Sicht auf das Geschäftsmodell auch mit seinen sozialen und ökologischen Bezügen“, sagt Krummrich.

Die DZ-Bank-Nachhaltigkeitsmanagerin Könner bilanziert nüchtern: „Eine direkte Wirkungskette von der CSR-Berichtspflicht zu nachhaltigeren Produkten für Privat- und Firmenkunden ist eher nicht zu erwarten.“ Der entscheidende Hebel ist laut Könner eine verbesserte Aufklärung und Schulung der eigenen Kundenbetreuer und Vertriebsmitarbeiter.

Nur so können diese ihre Kunden besser informieren und aktiv auf nachhaltige Produkte, die bereits heute am Markt existieren, ansprechen. Dieser Aufwand für den Vertrieb muss von allen Beteiligten gewollt sein. „Nur so kann eine Sogwirkung entstehen und die Nachfrage steigen. Da haben fast alle Banken noch Nachholbedarf“, sagt Könner.